Mit eines der ersten Dinge, die man zu Beginn seiner Selbständigkeit regeln sollte, sind die Versicherungen. Es gibt einige, die man auf jeden Fall haben sollte, einige, die zumindest dringend anzuraten sind und andere, die wiederum vollkommen unnötig sind. Wer welche Versicherungen benötigt, hängt in erster Linie vom Beruf und der Art der Selbständigkeit ab.
Welche Versicherungen brauche ich?
Als Arbeitnehmer ist es vergleichsweise einfach, sich zu versichern. Sobald man einen Beruf antritt, ist man automatisch in allen Sozialversicherungen Mitglied. Dazu gehören nicht nur die Krankenversicherung, sondern auch Rentenversicherung, Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung. Für einen Selbständigen sieht das etwas anders aus. Nicht immer lohnt sich die Investition in alle Sozialversicherungen. Manchmal sind sie auch gar nicht nötig.
Die Krankenversicherung
Als Selbständiger, unabhängig davon, ob man Freiberufler oder Gewerbetreibender ist, ist man in der Regel freiwillig versichert. Anders als Arbeitnehmer ist man also nicht verpflichtet, Mitglied einer Krankenversicherung zu sein. Wer hier Sparpotential sieht, sollte sich hüten. Die Krankenversicherung ist die wichtigste Versicherung, die ein Mensch haben kann. Natürlich kann man die 300 Euro Mitgliedsbeitrag auch erst einmal anders investieren. Aber benötigt man Zahnersatz, hat einen Unfall oder erkrankt schwer – was unter Umständen nur passieren konnte, weil man zu geizig für die Vorsorge war – dann kommen oft Kosten in Höhe von mehreren Zehntausend Euro auf einen zu. Zur Versinnbildlichung: Erkrankt man an Krebs – jeder vierte Mensch stirbt heutzutage daran – dann kostet die Behandlung einschließlich Operation und Chemotherapie schnell um die 100.000 Euro. Das wäre ein finanzielles Desaster, und das nicht nur, weil man in dieser Zeit seinem Beruf häufig nicht mehr nachgehen kann.
Auch wenn sie für Selbständige freiwillig ist: Um die Krankenversicherung führt kein Weg herum, es sei denn, man mag es, mit seinem Leben zu spielen.
Grundsätzlich stehen einem Selbständigen zwei Möglichkeiten zur Auswahl: Die gesetzlichen Krankenkassen und die privaten Krankenversicherungen. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, so dass man sorgfältig abwägen sollte, für welche Versicherung man sich entscheidet. Die private Krankenversicherung besticht beispielsweise durch ihren umfangreichen Leistungskatalog und die zumindest in jungen Jahren niedrige Beiträge. Diese steigen allerdings mit dem Alter. Und auch eigene Kinder müssen extra versichert werden. Was viele auch nicht beachten ist, dass man bei der privaten Krankenversicherung häufig einen hohen Selbstbehalt hat. Das bedeutet: Alle ärztlichen Leistungen, die unter einem Betrag von beispielsweise 300 Euro liegen, werden selbst bezahlt. Und das sind mehr, als man denken möchte.
Die gesetzlichen Krankenkassen bestechen vor allem durch ihre konstanten Mitgliedsbeiträge. Man zahlt abhängig vom Einkommen und nicht auf Grund von Vorerkrankungen und Alter. Gleichzeitig sind die gesetzlichen Kassen verpflichtet, jeden anzunehmen, während die privaten Versicherungen bestimmte Personen von einer Mitgliedschaft ausschließen können. Häufig sind die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen allerdings schlechter. Zumindest in Sachen Zahnersatz sollte man daher über eine zusätzliche Versicherung nachdenken.
Übrigens: Bei Arbeitnehmern übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte der Versicherung. Zahlt man als Angestellter mit einem Einkommen von 2.000 Euro einen Versicherungsbeitrag von 150 Euro, zahlt man als Selbständiger mit dem selben Einkommen etwa den doppelten Betrag.
Vergleiche gesetzliche Krankenversicherungen

und die private Krankenversicherung

Die Rentenversicherung
Als Selbständiger ist man nicht automatisch rentenversichert. Zwar kann man auf Antrag oft noch Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung werden, doch sind viele der Ansicht, dass sich das finanziell nicht lohnt. Gerade für junge Leute ist heutzutage ungewiss, ob sie von ihren Einzahlungen jemals etwas wiedersehen. Trotzdem sollte man sich für das Alter auf jeden Fall absichern. Eine private Rentenversicherung kann deshalb eine gute Alternative sein. In ihr werden die eingezahlten Beiträge angelegt, so dass sich das Geld vermehrt und man zumindest mit einem bestimmten Betrag rechnen kann. Je mehr Rente man einzahlt, desto mehr kann man später erwarten. Auch hier sollten allerdings ein paar Dinge berücksichtigt werden:
Die Inflation sorgt dafür, dass das Geld immer mehr an Wert verliert. 100 Euro sind heute also mehr wert als in 40 Jahren. Viele Rentenversicherungen bieten darum die Möglichkeit an, den Beitrag jedes Jahr zu erhöhen und so der Inflation entgegen zu wirken. Zwar steigen dadurch die Beiträge, doch eben wegen der Geldentwertung erhöht sich erfahrungsgemäß auch das Einkommen mit der Zeit, so dass 500 Euro Rentenbeitrag in 40 Jahren bei Weitem nicht so viel Geld sind, wie heute.
Arbeitslosenversicherung
Die Arbeitslosenversicherung wird kontrovers diskutiert. Braucht man sie wirklich? Hat man als Selbständiger keine, landet man beim Ende der Selbständigkeit direkt in Hartz IV. Grundsätzlich wurde darum bisher zu einem relativ günstigen Preis die Möglichkeit gegeben, sich staatlich zu versichern. Da die Beiträge jetzt aber angehoben werden sollen und die finanzielle Unterstützung durch den Staat auch nur über einen kurzen Zeitraum gewährt wird, gehört die Arbeitslosenversicherung wohl noch am Ehesten zu den Versicherungen, die man nicht unbedingt braucht.
Berufsunfähigkeit und Pflege
Alle, die vor 1961 geboren sind, haben Glück. Denn in ihrer Rentenversicherung sind ein Schutz vor Berufsunfähigkeit und Pflegebedürftigkeit enthalten. Die Pflegeversicherung findet sich auch heute oft noch in der Krankenversicherung wieder. Die Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen nicht. Die Frage ist: Lohnt sie sich?
Das kann pauschal nicht beantwortet werden. Nicht alle Berufe können überhaupt versichert werden. Abhängig vom Unfallrisiko sind die Beiträge höher oder niedriger. Was viele nicht wissen: Die Berufsunfähigkeitsversicherung wird nur über einen kurzen Zeitraum gezahlt, anschließend springt die Rentenversicherung ein. Häufig sind es nur 6 bis 18 Monate, in denen die Berufsunfähigkeitsversicherung einzahlt. Unter Umständen kann es also sinnvoller sein, sich für den Fall einer Berufsunfähigkeit selbst Geld zur Seite zu legen. Letzten Endes ist es wohl auch abhängig vom Beruf, ob eine solche Versicherung sich lohnt.
Haftpflicht
Grundsätzlich empfiehlt sich eine private Haftpflichtversicherung schon einmal für jeden. Beruflich ist das nicht zwangsläufig so. In vielen gewerblichen Berufen ist es vorgeschrieben, sich entsprechend zu versichern. Zum Beispiel, wenn man als Umzugsunternehmer tätig ist. Schließlich könnten wertvolle Möbelstücke beschädigt werden. Bei anderen Berufen, zum Beispiel dem Grafiker, macht eine Haftpflichtversicherung nicht wirklich Sinn. Schließlich kann er mit seinen Grafiken kaum Schaden verursachen. Ob man selbst gesetzlich zur Berufshaftpflicht verpflichtet ist, kann man zum Beispiel bei den Industrie- und Handelskammern erfahren.
Rechtsschutz
Eine Rechtsschutzversicherung ist nicht verpflichtend, je nach dem, in welchem Bereich man arbeitet, kann eine Rechtschutzsversicherung aber sinnvoll sein. Das ist gerade in Sachen der bereits erwähnten Haftpflicht oft der Fall, da es hier nicht selten zu Streitigkeiten über Schuld und Nicht-Schuld kommt. Spätestens, wenn man Mitarbeiter beschäftigt, sollte man auf jeden Fall eine entsprechende Rechtsschutzversicherung abschließen.
Marcus alias Speedy86 ist Administrator dieser Webseite und veröffentlicht unter andem News und interessante Artikel rund um WordPress, Suchmaschinenoptimierung, Programmierung und Webdesign. Im Webmaster-Glossar.de gibt es viel wissenswerten Stoff für Webmaster, Webworker bzw. Selbständige im Internet.Artikel:
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