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Aufträge finden

Gestern sprachen wir darüber, warum man Aufträge ablehnen sollte, die sich nicht lohnen, und wie man das macht. Doch wie kommt man überhaupt an Aufträge? Ein Grundrezept oder eine pauschale Antwort gibt es hier nicht. Trotzdem gibt es einige Methoden, die sich bewährt haben.

Aufträge in Jobbörsen finden

Es gibt viele Jobbörsen für Freiberufler, in denen Texter, Programmierer, SEO Fachleute und Grafiker gesucht werden. Der einfachste Weg ist, einfach mal nach so etwas zu googeln. Die Liste der entsprechenden Börsen ist lang und man sollte sich die Zeit nehmen, sich die Börsen in Ruhe anzusehen. Erfahrungsgemäß könnt Ihr nämlich 80 Prozent der Börsen direkt von eurer Liste streichen. Entweder ist dort nichts los, oder Ihr müsst eine Gebühr zahlen, um überhaupt Zugriff auf die Inserate zu haben. Andere Börsen machen sich vor allem durch ihre billigen Preise einen Namen. Aber auch hiervon solltet ihr die Finger lassen. Die Gründe dazu hatten wir ja gestern erörtet.

Sich bei einer Job- oder Auftragsbörse zu bewerben ist eigentlich ganz einfach. Man registriert sich und schickt dann eine kurze Nachricht an den potentiellen Auftraggeber. Referenzen sind hier meiner Meinung nach nicht so wichtig, wichtiger ist es, dass Ihr in einem kurzen Text schnell klar machen könnt, warum Ihr für diesen Job der richtige seid. Ihr solltet außerdem Eure Preise nennen, ob Ihr eine ordentliche Rechnung erstellen könnt (also ob ihr als Gewerbetreibender oder Freiberufler steuerlich angemeldet seid) und wie lange Ihr für den Auftrag bräuchtet. Habt dabei keine falsche Scheu. Wer Eure Preise zu hoch oder Eure Fähigkeiten zu schlecht findet, wird Euch nicht in einer Antwort wüst beschimpfen. Er wird Euch vermutlich einfach ignorieren.

Über Social Networks arbeit finden

Social Networks, an erster Stelle Xing, werben damit, wie viele Leute man dort kennen lernen kann und wie tolle Geschäftskontakte sich hier knüpfen lassen. Ich bin selbst bei einigen Networks angemeldet, teilweise privat, teilweise um meinen Blog zu promoten. Natürlich habe ich auch mal einen Blick auf die “Geschäftlichen Kontaktmöglichkeiten" geworfen. Allerdings erfolglos. Ich habe bisher über eines der Social Networks nicht einen Auftrag generieren können. Ohnehin kommen mir einige von ihnen als reine Werbebörsen vor, auf denen zwar viele Leute sind, die sich anbieten, aber keiner, der auch etwas sucht. Das mag in anderen Branchen aber natürlich durchaus anders aussehen, deshalb sollte man diese Möglichkeit in jedem Fall einmal probieren.

Als wesentlich effektiver haben sich bei mir Foren herausgestellt. Hier habt Ihr direkt Kontakt zu Leuten aus verschiedensten Branchen (das ist natürlich abhängig vom Thema). Ihr solltet Euch nicht darauf beschränken, auf Euch aufmerksam zu machen, sondern persönlichen Kontakt mit anderen Mitgliedern zu suchen. Es muss auch nicht immer um die Arbeit gehen. Sprecht einfach mit ihnen, nehmt an Diskussionen teil und freundet euch mit den Leuten an. Hier kommt es dann hin und wieder durchaus einmal vor, dass einer der Forenfreunde irgendwann doch auf die Idee kommt, Eure Dienstleistungen nutzen zu wollen. Gleichzeitig sind Foren natürlich auch sehr nützliche Informationsquellen.

Agenturen sind nicht der schlechteste Einstieg

Agenturen für Webdesign, Texter, Grafiker, Übersetzer gibt es wie Sand am Meer. Und ich habe abgesehen von einzelnen Ausnahmen keine allzu große Meinung von ihnen. Agenturen sind schließlich keine wohltätigen Vereine, die wollen, dass ihr durch sie reich werdet. Nein, Agenturen suchen billige Arbeitskräfte und schneiden sich vom Ertrag eines Auftrags mindestens die Hälfte, wenn nicht sogar zwei Drittel ab, ehe ihr bezahlt werdet. Wenn eine Agentur einem Texter beispielsweise einen Cent pro Wort zahlt (was leider, leider, durchaus oft vorkommt), dann verdient sie selbst vermutlich 2 – 3 Cent pro Wort an Eurer Arbeit. Ohne etwas dafür zu tun. Also lieber sein lassen? Nicht unbedingt.

Agenturen bieten euch gerade am Anfang einige Vorteile. Es gibt häufig ein sehr großes Auftragsvolumen, so dass Ihr oft oder sogar permanent mit Arbeiten beschäftigt seid. Und es ist immer gut, irgendetwas zur Hand zu haben, wo man auch in Zeiten, in denen nichts los ist, ein paar Euro verdienen kann. Gleichzeitig sind die Anforderungen bei den Agenturen nicht allzu hoch, so dass es relativ einfach ist, hier an Jobs zu kommen. Das ist gerade für Berufsanfänger eine gute Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln und sich ein wenig zu üben, auch wenn man hier nicht gerade Referenzen bekommt.

Wenn Ihr für eine Agentur arbeiten wollt, dann solltet Ihr einfach mal danach googeln und dann unverbindlich hinmailen. Auch wenn diese Unternehmen nicht offen nach Mitarbeitern suchen, reagieren sie meistens positiv auf eine solche Anfrage. Ihr solltet allerdings darauf achten, an eine seriöse Agentur zu geraten. Nur wie erkennt man die? Nach den Preisen könnt Ihr nicht gehen, das habe ich ja schon erklärt. Deshalb sollten Agenturen auch nur eine Notlösung sein und keine Hauptbeschäftigung. Mir persönlich ist es wichtig, dass ich jeden Tag frei wählen kann, ob ich arbeite, was ich arbeite und wie viel ich arbeite. Je nach Agentur habe ich entweder eine Liste von Aufträgen, aus denen ich mir das aussuchen kann, was mir gefällt. Oder ich werde bei jedem neuen Projekt gefragt, ob ich mich beteiligen möchte. Von Agenturen, die Euch jeden Monat eine bestimmte Menge an Aufträgen zuschicken, deren Inhalt Ihr nicht einmal bestimmen könnt, würde ich Abstand nehmen. Ihr packt Euch wertvolle Arbeitszeit mit Aufträgen voll, die Euch kaum Geld einbringen und werdet unflexibel, weil Ihr diese Arbeit jeden Monat erledigen müsst. Auch auf die Zahlungsmoral solltet Ihr achten. Zwar bezahlen Agenturen erfahrungsgemäß alle, aber nicht immer pünktlich. Es kann durchaus vorkommen, dass Ihr Euer Geld erst Wochen nach Ablauf der Zahlungsfrist bekommt. Hier solltet Ihr vorher einen Blick in den Arbeitsvertrag werfen – oder geduldig sein.

Vitamin B

Vitamin B, also persönliche Kontakte zu potentiellen Auftraggebern, sind das A und O. Zwar wird man gerade am Anfang der Selbständigkeit kaum entsprechende Kontakte haben, die einem Aufträge einbringen. Dafür werden sie aber überdurchschnittlich gut bezahlt (oder zumindest besser als das, was man bei Jobbörsen und Agenturen bekommt). Gleichzeitig gibt es ein viel entspannteres Arbeitsverhältnis, weil man sich persönlich oder über Bekannte kennt und weiß, dass man bei Problemen auch mal ganz locker miteinander sprechen kann. Das schafft ein ganz anderes Arbeitsklima. Und sind Eure Freunde mit Eurer Arbeit zufrieden, könnt Ihr Euch sicher sein, dass Ihr weiterempfohlen werdet. Und das wiederum bringt noch mehr gute Aufträge.

Kontakte zu anderen Leuten, und wenn Ihr sie nur über das Internet kennt, solltet Ihr deshalb immer pflegen. Erwähnt ruhig, dass Ihr in dem und dem Bereich selbständig seid und Euch über Aufträge freut. Ihr werdet überrascht sein, wie oft Ihr ein “Echt? Genau so etwas suche ich gerade" hört. Natürlich solltet Ihr Euren Freunden auch fleißig Visitenkarten geben. Ich selbst verschicke zu passenden Anlässen auch gerne mal Grußkarten oder kleine Geschenkchen, um mich auf nette Weise in Erinnerung zu rufen. Es gibt zwar nicht unbedingt jeden Monat einen Auftrag über solche Kontakte. Dafür sind sie umso lohnenswerter und umso langfristiger, wenn sie dann kommen.


Über den Autor Speedy86

Marcus alias Speedy86 ist Administrator dieser Webseite und veröffentlicht unter andem News und interessante Artikel rund um WordPress, Suchmaschinenoptimierung, Programmierung und Webdesign. Im Webmaster-Glossar.de gibt es viel wissenswerten Stoff für Webmaster, Webworker bzw. Selbständige im Internet.

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