Die Entscheidung ist gefallen und Ihr wollt Euch selbständig machen? Aber wie geht es jetzt weiter? Die heute beginnende Artikelserie soll Euch Schritt für Schritt anleiten, wie Ihr sicher in die Selbständigkeit kommt und erste Probleme ganz einfach meistert. Heute beginnen wir mit den ersten Schritten, die dafür notwendig sind.
Index:
- Aufgabenbereich festlegen
- Arbeitsmittel ermitteln
- Das Budget
- Krisensicher?
- Die Unternehmensform
Vorbereitende Schritte zur Selbständigkeit
1. Aufgabenbereich festlegen
Was genau wollt Ihr machen? Das ist nicht nur wichtig die Anmeldung Eures Gewerbes, sondern auch für Euch selbst – nur zu leicht kann man sich nämlich gerade am Anfang verzetteln, wenn man Aufträge annimmt, die eigentlich gar nicht mehr zum Job gehören. Überlegt Euch daher gut, was Ihr machen wollt und gebt bei der Gewerbeanmeldung jede einzelne Aufgabe an. Das ist besser, als einen Aufgabenbereich weg zu lassen und später Schwierigkeiten zu bekommen.
2. Arbeitsmittel ermitteln
Zum Arbeiten braucht Ihr natürlich auch das passende Werkzeug. Als Webmaster ist das in erster Linie ein Computer. Möglicherweise braucht Ihr auch noch Webspace für Eure Homepage oder spezielle Arbeitsmittel wie ein Grafiktablett oder ein Bildbearbeitungsprogramm. Achtung! Vergesst solche Kleinigkeiten wie Büroartikel, Briefmarken, Druckerpapier und ähnliches nicht. Stellt euch zur Ermittlung Eurer Arbeitsmittel daher folgende Fragen:
Was brauche ich unbedingt?
Was kostet es?
Was muss regelmäßig neu besorgt werden?
Wichtig ist, dass Ihr nur mit originaler Software arbeitet. Nutzt Ihr zu kommerziellen Zwecken Raubkopien, könnt Ihr hier mit wesentlich empfindlicheren Strafen rechnen, als Privatperson.
3. Das Budget
Ihr dürftet jetzt eine ziemlich lange Liste an Arbeitsmitteln haben, die Ihr für Euer Gewerbe braucht. Nur: Wo kommt das Geld her? Einige Arbeitsmittel wie den Computer habt Ihr vermutlich schon zu Hause. Andere müsst Ihr kaufen. Wenn Ihr keinen Beruf und keine Rücklagen habt, sind Banken allerdings nicht allzu großzügig, was Kredite angeht. Geht deshalb noch einmal durch Eure Liste und überlegt Euch, welche Arbeitsmittel Ihr wirklich braucht. Könnt Ihr auf den neuen Schreibtisch und das gemietete Büro nicht vielleicht noch verzichten, bis Ihr regelmäßig Geld einnehmt?
Habt Ihr keine finanziellen Reserven, könnt ihr jetzt einen Gründerzuschuss bei verschiedenen Kreditanstalten beantragen. Dazu benötigt Ihr aber ein ausführliches Geschäftskonzept. Enthalten sein sollten: Eure Aufgaben und Eure Ausbildung, das benötigte Geld, Strategien zur Kundengewinnung und das voraussichtliche Einkommen.
4. Krisensicher?
Unbedingt solltet Ihr Euch die Frage stellen, wie krisensicher Ihr seid. Habt Ihr finanzielle Rücklagen, auf die Ihr in den ersten Monaten zurück greifen könnt? Oder ist Euer Partner berufstätig und kann Eure Lebenskosten notfalls auch einmal alleine tragen? Unter Umständen könnt Ihr sechs Monate lang vom Arbeitsamt einen Existenzgründerzuschuss bekommen.
5. Die Unternehmensform
Bevor Ihr Euch beim Finanzamt als Selbständiger anmelden könnt, müsst Ihr Euch über Eure Unternehmensform im Klaren sein. Arbeitet Ihr als Texter oder Webdesigner, kommt möglicherweise eine Anmeldung als Freiberufler in Frage. Das hat den Vorteil, dass Ihr keine Gewerbesteuer bezahlen müsst. Allerdings darf man als Freiberufler auch nur eine begrenzte Mitarbeiterzahl haben. Wollt Ihr aber erst einmal klein starten, könnt Ihr später umfirmieren.
Für die meisten, die sich selbständig machen, kommt allerdings nur eine Anmeldung als Gewerbetreibender in Frage. Hier gibt es verschiedene Unternehmensformen wie die Aktiengesellschaft, die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die UG und vieles mehr. Wenn Ihr Euch alleine Selbständig macht, dann reicht eine Anmeldung als Einzelunternehmer.
So. Jetzt habt Ihr eine Woche Zeit, Euch in diesen vier Schritten ein Konzept zur Selbständigkeit zu erstellen. Nächste Woche erfahrt Ihr dann, wie Ihr Euer neues Unternehmen beim Finanzamt und dem Gewerbeamt anmeldet.
Ela ist freiberufliche Online-Redakteurin und schreibt seit geraumer Zeit im Webmaster-Glossar mit. Ihre Schwerpunkte liegen dabei vor allem auf Bereichen der Selbständigkeit, dem Umgang mit CMS Systemen und Suchmaschinenoptimierung.Artikel:
Bereits 25 Artikel verfasst!
Irgendwie liest sich das sehr einfach, aber leider ist es nicht so und man geht schon ein großes Risiko ein, wenn man sich selbstständig macht.
Da ist dann nichts mehr mit Abends auf der Couch sitzen und die Beine hochlegen
Hallo Arno,
ich sehe das genauso! Auch ich war selbständig, aber der Stress 14h/Tag an 7 Tage/Woche war einfach der größte Grund aufzuhören. Dazu muss ich aber auch sagen, dass eine Selbständigkeit sehr viel Planung benötigt. Ebenso etwas Budget und ich empfehle den festen Job ersteinmal zu behalten um zu versuchen, als Nebenselbständkeit daran zu arbeiten.
lg Marcus
Hallo Arno
Man sollte das, was die Selbständigkeit abverlangt, auf keinen Fall unterschätzen. Ich bin selber selbständig und sehe jeden Tag aufs Neue, dass ich mich disziplinieren muss, die Zähne zusammenbeißen muss und bei kritischen Situationen einen kühlen Kopf bewahren muss. Und dass Geld und Aufträge manchmal trotzdem nicht reichen. Man sollte die Selbständigkeit daher gut überdenken.
[...] genießen gegenüber dem klassischen Gewerbetreibenden einige Vorteile: Sie sind nicht zur Mitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer verpflichtet [...]